Iris Szeghy






Hesse-Splitter

Zyklus für Stimme und Klavier

  1. Praeludium

  2. Wo ein Werk...

  3. Glück...

  4. Jeder Mensch...

  5. Etwas lieben...

  6. Interludium I

  7. Weisheit...

  8. Kriege führen...

  9. Was heute neu...

  10. Das Paradies...

  11. Interludium II

  12. Suchen heisst...

  13. Unsterblichkeit ?...

  14. Mit dem Alter...

  15. Was wäre Vernunft...

  16. Postludium

Die „Hesse-Splitter“, einen Zyklus für Stimme und Klavier, habe ich 2006 als Auftragswerk des „Musikpodiums der Stadt Zürich“ geschrieben. Das Stichwort war Hermann Hesse – der Zufall (oder eine Gesetzmässigkeit?) wollte es, dass Hesse zu mir „zurückgekehrt“ ist; vor vielen Jahren habe ich nämlich mit dem Gedanken gespielt, ein grösseres Werk nach Texten von Hesse zu schreiben, und mich intensiv mit dem Dichter beschäftigt; später habe ich die Idee aufgegeben. Die Herausforderung war nun wieder da – ich habe mich diesmal allerdings nicht für Hesses dichterisches Werk, sondern für eine Auswahl von Zitaten aus seinen Briefen, Essays und Prosawerken entschieden. Für eine Auswahl mit möglichst breitem Inhalts- und Stimmungsspektrum, die einige zentrale Themen von Hesses Denken berührt: Sinn des Lebens, Glück, Liebe, Alter, Weisheit, Tod usw.

Die Vertonungen der zwölf Zitate habe ich mit vier „Nebensätzen“ – einem Praeludium, zwei Interludien und einem Postludium – umrahmt und zu einem Zyklus von 16 Miniaturen, „Splittern“, verbunden. Die „Nebensätze“ (wo ich, ausser im „Praeludium“, Brummstimme verwende) wie auch die Vertonungen der Zitate sind unter sich motivisch verbunden – einzelne Motive kehren zurück, verändern sich, erscheinen in neuem Licht. Die Textverständlichkeit bleibt meistens gewahrt, was die sporadische Verwendung von klangmalerischen und geräuschhaften Effekten nicht ausschliesst. Die Kürze der Zitate und die Variabilität der Themen bot mir die Möglichkeit, auch musikalisch viele Facetten einzubringen. Die Skala des Ausdrucks und der benutzten kompositorischen Mittel, der verschiedenen Stimm- und Klaviertechniken ist breit: bei der Stimme reichen die letzteren z.B. von der Kantilene bis zum Zischen, Flüstern und Lachen, beim Klavier vom klassichen Spiel auf der Klaviatur bis zum Zupfen und Schlagen der Saiten und Stimmlauten.

Das Werk kann von einem Sopran oder einem Tenor interpretiert werden.

Iris Szeghy